Konzept

1. Einführung

Im September 2016 wurde der Naturkindergarten „Sinneswerkstatt Natur“ in Starfach eröffnet. Seither werden bei uns Kinder in ihren Sinneswahrnehmungsleistungen geschult, um damit eine ideale Grundlage für das spätere Lernen in der Schule zu schaffen. Der Name „Sinneswerkstatt Natur“ wurde deshalb gewählt, um damit auszudrücken, dass in der Natur bzw. im Wald alle Sinne der Kinder geschult werden.

Die ursprüngliche Idee des Wald- oder Naturkindergartens stammt aus Dänemark. In dieser Kindergartenform wird auf Spielzeug, wie die Kinder es zu Hause meist vorfinden, gänzlich verzichtet. Stattdessen wird Wert auf die Tiefenwahrnehmung und die Sinnesschulung gelegt. Dazu werden viele praktische Übungen von Maria Montessori, basierend auf ausgewählten Materialien aus Holz, angeboten.

Liebe, Achtung von Bewusstheit vor der Natur – geschaffen von Gott – werden von uns im pädagogischen Alltag gelebt und in weiterer Folge von den Kindern erlernt. Insbesondere der Wald bietet die Möglichkeit, in sich zu gehen und Ruhe, Ausgeglichenheit und Freiheit zu erfahren. In unserem Computer-Zeitalter erachten wir es als notwendig, zum Natürlichen und Ursprünglichen zurückzukehren und uns davon berühren zu lassen – frei nach dem Motto: „Wald statt Ritalin“. Durch die Bewegung und Wahrnehmungsschulung am „Spielplatz Wald“ sollen Hyperaktivität und Gleichgewichtsstörungen vorgebeugt werden.

Wir vertrauen auf die Fähigkeit der Kinder, aus eigenem Antrieb und nach ihren individuellen Entwicklungsbedürfnissen zu lernen. Die Natur ist von sich aus eine „vorbereitete Umgebung“, in der wir kein fertiges Wissen vermitteln, sondern dieses individuell aus eigenem Antrieb wachsen kann.

2. Einrichtung

Unsere Adresse lautet:
Sinneswerkstatt Natur
Sapplerweg 3
9873 Döbriach

Unser Träger ist der Verein „Miteinander etwas bewegen“.

3. Organisatorische Konzeption

3.1 Zielgruppe der Einrichtung
Derzeit können Kinder von 2 bis 6 Jahren in unserem Waldkindergarten betreut werden. Die Gruppenhöchststärke liegt bei 15 bis 18 Kindern.

3.2 Gesetzliche Grundlagen
Unser Waldkindergarten unterliegt dem Kärntner Kinderbetreuungsgesetz, ist jedoch eine pädagogische Sonderform. Dies berechtigt uns dazu, Elternbeiträge einzuheben. Unser Waldkindergarten ist kein Gratiskindergarten. Zusätzliche Kosten sind die Einschreibgebühr von 100 € pro Kind und ein Materialbeitrag von 20 € pro Semester.

3.3 Pädagogen
Unser Team besteht aus mir, Anna Ambrosch, und meiner Kollegin Christina Pertl. Ich habe die Ausbildung zur Kindergartenpädagogin abgeschlossen, bin Sonderkindergartenpädagogin und Frühförderin, Moto- und Montessoripädagogin. Christina Pertl ist gelernte Frisörin und Kleinkindbetreuerin in Ausbildung.

3.4 Örtlichkeiten und Besonderheiten
In Starfach, einem höher gelegenen Stadtteil von Döbriach am Millstättersee, sind wir umgeben von Wald, Wiesen und Feldern sowie von Nachbarn aus allen Generationen. Die Kinder kennen die Nachbarschaft und wir sind als Teil dieser Gemeinschaft herzlich aufgenommen.


Hier mehr zur Umgebung und unserer Einrichtung..

Unsere Anmeldungen werden nach Anmeldedatum gereiht. Morgens können die Kinder von 7:30 bis 8:30 Uhr gebracht werden. Die Abholzeit liegt zwischen 12:00 und 12:30 Uhr. Schließtage und Ferienzeiten werden am Beginn des Kindergartenjahres mitgeteilt. Während der Weihnachts- und Osterferien und im August bleibt der Kindergarten grundsätzlich geschlossen. Neben zwei verpflichtenden Elternabenden im Jahr finden zwei Mal pro Halbjahr Elterngespräche statt, um die Eltern über die laufende Entwicklung ihres Kindes zu informieren und ihnen einen Einblick in unsere pädagogische Arbeit zu geben.

3.4 Tagesablauf
Zwischen 7:30 und 8:30 findet das Frühstück statt. Anschließend trifft sich die Gruppe zum Morgenkreis. Um 9 Uhr geht es ab ins Freie, wo wir je nach Wochentag einen Tag am Bauernhof verbringen, einen Tag auf der Alpakafarm und die restlichen Tage auf einem unserer Waldplätze. Das Brot für die Jause wird gemeinsam mit den Kindern jeden Montag selbst hergestellt. Eine Getreidemühle und Körner gibt es vor Ort. Um 11:30 geht es zurück in den Gruppenraum, wo der Abschlusskreis stattfindet sowie eine kleine Stärkung und/oder Mittagessen eingenommen wird. Anschließend gibt es eine kurze Entspannungszeit mit Musik und Massage – bis die Kinder schließlich abgeholt werden.

4. Pädagogische Konzeption

Das Kind in seiner Individualität ist für uns etwas Besonderes und wir betrachten es als eigenständige Persönlichkeit. Jedes Kind zeichnet sich durch einen großen Wissendurst und die Freude am Lernen aus und möchte mit seinen individuellen Stärken, Schwächen, unterschiedlichen Begabungen, Interessen und Vorlieben wertgeschätzt werden.

Es ist uns ein Anliegen, jedes Kind so anzunehmen, wie es ist. In der Vermittlung dieser Werte kann unserer Meinung nach ein harmonisches Miteinander mit viel Liebe gelingen.

Unser Bild vom Kind lässt sich gut mit dem folgenden Gedicht von Ruth Bear zusammenfassen:

Wächst ein Kind
mit Ermutigung auf –
lernt es,
selbstsicher zu sein.

Wächst ein Kind
mit Sicherheit auf –
lernt es,
zuversichtlich zu sein.

Wächst ein Kind
mit Anerkennung
und Lob auf –
lernt es,
sich selber zu schätzen.

Wächst ein Kind
mit Güte und
Freundlichkeit auf –
lernt es,
die Welt zu lieben.

In unserem Kindergarten benötigen wir keinen Turnsaal und kein Bewegungungsprogramm. Das Gehen über Erde, Wurzeln oder Moos und das Überwinden von Bodenunebenheiten ist die ideale und ursprünglichste Form, die Motorik von Kindern zu fördern. Die Natur bietet uns einen fast unbegrenzten Raum, um uns frei zu bewegen. Ungehindert können die Kinder ihrem Bewegungsdrang freien Lauf lassen: Sie können rennen, springen, auf allen Vieren gehen, klettern, balancieren, usw.

Wir sind davon überzeugt, dass die Bewegung und das Spiel in und mit der Natur dazu beitragen, unsere Kinder stark und mutig fürs Leben zu machen, unter anderem durch die

Stimulation der sogenannten „Nahsinne" Schmecken, Tasten, Fühlen, Riechen. Der Geruch im Wald nach einem Regen, das Rascheln der Blätter im Wind, die Stimmen verschiedener Tiere, die unterschiedlichen Farben zu den Jahreszeiten, der Genuss von selbstgepflückten Walderd- und -himbeeren und das Spielen im „Gatsch“ – all das fördert die motorische Entwicklung der Kinder und schult ihre Sinne.

Außerdem wird die Sprachentwicklung unterstützt, da die Kinder im Freien auf die Kommunikation miteinander angewiesen sind. Sie sind auch auf die gegenseitige Hilfe und Rücksichtnahme angewiesen, was sie sozial kompetent werden lässt.
Im Umgang miteinander und mit der Natur erfahren die Kinder nicht nur ihre eigenen Grenzen, sondern auch die Grenzen der anderen Kinder. Im Wald gibt es viel Freiraum, aber auch einige Regeln zum Schutz der Natur und der Kinder selbst. Es ist uns wichtig, unseren Kindern diese Regeln zu vermitteln und ihnen einen behutsamen Umgang mit Pflanzen und Tieren vorzuleben.

5. Schlusswort

Ich möchte mich in diesem Sinne bei allen tatkräftigen Eltern bedanken die mitgeholfen haben dieses wunderbare Konzept umzusetzen und mir das Vertrauen entgegengebracht haben, für bzw. mit Ihren Kindern etwas Neues auszuprobieren. Jeder Elternteil hat es hautnah miterlebt welch ein harmonisches Miteinander bei uns gelebt wird, da die Eingewöhnungsphase sich meist über zwei Wochen erstreckte und alle Eltern konnten so unseren Tagesablauf sowie alle Waldplätze hautnah miterleben- dies ist ein großer Gewinn. Mein Traum von einer naturnahen Kindergruppe ist real geworden und ich bin schon gespannt was ich mit und durch dieses Projekt noch an Lebenserfahrung gewinnen werde. Im Herzen bleiben die glänzenden Augen und zufriedenen Gesichter eurer Kinder, dies gibt Kraft und Energie um dieses Projekt noch für viele andere zugänglich machen zu können.

Sinneswerkstatt Natur 2017