Naschgarten mit Kräuterapotheke

Der grösste nachhaltige Beitrag zum Umweltschutz ist es, unsere Kinder dafür zu sensibilisieren! 

Um die Kinder in einem dafür angemessenen Umfeld aufwachsen lassen zu können wurde der Verein „Miteinander Etwas Bewegen“ gegründet und ein Waldkindergarten ins Leben gerufen. Diese Kindergruppe möchten wir nun noch gerne mit einem Naschgarten in Form von Misch- und Permakultur erweitern. 

Dabei geht es nicht nur um das Anlegen eines Naschgartens sondern auch um eine grosse Vielfalt an Pflanzen, nicht nur für uns Menschen, sondern auch als 

Nahrung für die Tiere. Auch Unterschlupf sollen diese natürlich im Garten bekommen. Den Fokus legen wir dabei auf bedrohte Arten, aber auch Nützlinge sollen eine Platz bekommen und so die Verwendung von - auch natürlich hergestellten Spritzmittel wie Brennesselsud - völlig sinnlos machen.

Unser Vorhaben im Detail
Ganz nach dem Grundsatz der Permakultur soll es eine grosse Vielfalt im Garten geben. Auch wenn wir vom Platz her begrenzt sind, machen die Mischkultur und einige zusätzliche Elemente eine gute Umsetzung möglich.

Neben einem langen „Hochbeet“ auf einem bereits bestehendem Plateau welches als Beet für Naschgemüse und essbare Blüten und Kräuter genutzt werden soll sind weitere Mulchbeete und auch Autoreifen als Upcycling Beete geplant. Diese eignen sich besonders gut für die Bepflanzung mit Kartoffeln und Topinampur - da sie sich für die Ernte sehr leicht zerlegen lassen - aber auch andere Pflanzen können darin Platz finden. Alte Gummistiefel werden sowohl als Insektenunterschlupf, als auch mittels Bepflanzung wiederverwertet. Bepflanzte Holzpaletten bieten Raum für einen vertikalen Garten.

Durch die Verwendung von samenfesten Gemüse- und Blumensamen lernen die Kinder Nachhaltigkeit indem wir die Samen für das Folgejahr selbst zu gewinnen. Dabei achten wir auf die Kultivierung von heimischen Sorten und Wildpflanzen. Auch im Winter bleibt der Boden nicht nackt, sondern wird durch Einsaat von Gründüngungspflanzen versorgt oder mit winterharten Saaten bewirtschaftet. Da die Zubereitung von Mahlzeiten und auch Smoothies fester Bestandteil des Kindergartenkonzeptes ist, ist es uns möglich die Ernte und Weiterverarbeitung von Obst, Gemüse und Kräutern fest in den Kindergartenalltag zu integrieren.

Nicht nur Pflanzen, sondern auch viele Tiere sollen eine festen Platz in diesem System bekommen. Ohrwurmbehausungen - welche im Kindergartenalltag gebastelt werden können, Nistkästen und Schlafkästen für Fledermäuse, Futter und Wasserplätze für Vögel und Insekten, Insektenhotels, Marienkäferhäusschen sowie Steinhaufen und Igelquartiere sollen das Projekt abrunden.

Das Insektenhotel wird im Zuge eines Workshops mit den Eltern und Kindern in Handarbeit aus hölzernen Weinkisten gefertigt. Auch hier liegt der Aspekt auf wiederverwertete Materialien. Die Inneneinrichtung dafür wird grösstenteils im Wald mit den Kindern gemeinsam gesammelt, natürlich wird dabei grossen Wert darauf gelegt keine bereits bestehenden Behausungen zu zerstören. Auch beim Bau der Marienkäferhäusschen, Nistkästen und Schlafkästen können die Eltern mit eingebunden werden.

Eine Wurmkiste und ein separater Kompost sorgen für Nachhaltigkeit und zur Rückführung der Nährstoffe in den Boden. Gedüngt wird ausschliesslich mit Kompost, Steinmehl und Hornspäne. 

Die Kinder sollen auch den Wert von Wasser von klein auf erlernen. Aus diesem Grund ist ein Auffangbehälter von Regenwasser geplant. Dieser wird von den Kindern liebevoll bemalt und so ganz unauffällig in das Gartenbild eingebunden. Ein geplantes Weiden oder Bohnentipi - welches im Gemeinschaftsprojekt erbaut werden soll - spendet den Kindern natürlichen Schatten. 

Diesen Pflanzen und Tieren hilft unser Projekt

Alte, wenn möglich autochthone Gemüse, Kräuter und Blumensorten (zb essbare Blüten) Insekten, insbesondere Bienen, Würmer, Fledermäuse, Eidechsen, Vögel.   

Eine unmittelbar angrenzende unberührte Wildkräuterwiese und eine bewusst gewählte Vielfalt an Blüten, Kräutern und auch Beeren sind Nahrungsquelle und Behausung für Insekten aller Art (z.B. Honigbienen, Wespen, Schmetterlinge, Käfer). Dazu kommt das Mulchen der Beete, welche Würmern und Erdbewohnern aller Art einen Zugang zu den oberen Erdschichten ermöglicht. 

Um auch die benachbarten Hasen und Hühner zu berücksichtigen, können die Kinder mit übrig gebliebenen Pflanzenresten des neu angelegten Naschgartens den Tieren eine Freude machen. Die geplanten Sonnenblumen kommen den Vögeln zugute. 

Was sind die Besonderheiten deines Projektes

Kräuterapotheke, Workshop zur Fertigung von Insektenhotels und Nistkästen, ect., Gemeinsames anlegen eines lebenden Tipis, Veranschaulichen eines eigenen kleinen Ökosystems

Die eine Besonderheit stellt das Veranschaulichen eines eigenen kleinen Ökosystems dar. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sind vielseitig, z.B. den Zyklus der Natur (Erwachen, Wachsen und Gedeihen, Verblühen und Ruhen), das nachhaltige Bewirtschaften von Anbauflächen (alle Abfälle werden zurückgeführt), die Rolle der Insekten und ihre Wichtigkeit als „fleißige Helfer“ und nicht zuletzt die Tatsache, dass alles Zeit braucht, um zu reifen und alles beginnt im Kleinen.

Die zweite Besonderheit liegt in der Möglichkeit, unter zusätzlicher Nutzung der unberührten Wälder und Wiesen vor Ort, kontinuierlich eine stetig wachsende kleine, aber feine „Apotheke“ für den Eigengebrauch der Kindereinrichtung zu erstellen. Kräuter und Blüten können hierbei schon von 2-jährigen Kindern mit gesammelt werden. Gänseblümchen können in Honig eingelegt und Kräuter und Blüten für Salbenherstellung, Tees und Säfte gemeinsam geerntet und getrocknet werden. Wir sind in einer bevorzugten Situation, von März bis Oktober, die Vielfalt an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen der Natur zu nutzen, da die Kinder von einem weitestgehend unberührten Umfeld umgeben sind.